Adobe InDesign

Dokumente übersetzen

Einleitung

Adobe InDesign ist eine professionelle Software aus dem Bereich des sogenannten Desktop-Publishings (kurz DTP). DTP ist die Überführung von Texten und anderen Elementen wie z. B. Abbildungen und Tabellen in ein druckreifes Layout. Diese werden in Form von klassischen Druckerzeugnissen wie Flyern, Broschüren, Plakaten, Magazinen und Katalogen veröffentlicht. In neuerer Zeit werden mit DTP-Programmen neben diesen herkömmlichen Druckerzeugnissen häufig auch digitale Publikationen wie PDF-Dateien und E-Books erstellt. InDesign gilt im DTP-Bereich als wichtigste Software mit dem höchsten Marktanteil. InDesign-Dokumente spielen daher auch im Bereich der Übersetzung eine bedeutende Rolle.

Die InDesign-Formate INDD und IDML

Das Standardformat von Adobe InDesign ist INDD (kurz für INDesign Document). InDesign-Dokumente werden für gewöhnlich in diesem Format erstellt und bearbeitet.

IDML ist hingegen das Austauschformat von InDesign. Das Akronym IDML steht dabei für InDesign Markup Language. IDML wurde mit InDesign CS4 eingeführt und hat das bis dato verwendete Austauschformat INX ersetzt. Als Austauschformat wird IDML u. a. dazu verwendet, InDesign-Dokumente in älteren InDesign-Versionen oder auch in anderen DTP-Programmen wie QuarkXPress zu öffnen. Auch kann es zur Reparatur von beschädigten InDesign-Dokumenten genutzt werden. Und last but not least kommt IDML immer dann zum Einsatz, wenn InDesign-Dokumente übersetzt werden sollen.

Aus technischer Sicht ist IDML übrigens ein XML-basiertes Format. Das bedeutet, dass IDML eine Anwendung von XML ist und als solche auf den Regeln von XML basiert. IDML ist somit ein offenes Format, wohingegen INDD ein proprietäres (und zudem binäres) Format darstellt.

IDML-Dateien erstellen

Um ein herkömmliches InDesign-Dokument im INDD-Format in ein InDesign-Dokument im IDML-Austauschformat umzuwandeln, muss die INDD-Datei lediglich im IDML-Format exportiert werden, und zwar über den Menübefehl Datei Exportieren Anschließend wird als Dateityp „InDesign Markup (IDML)“ gewählt und die Datei wird mit dem gewünschten Dateinamen abgespeichert. Die so erstellte IDML-Datei kann nun mit der Across Translator Edition eingecheckt und übersetzt werden.

Vor dem Projektstart

Vor der Projektanlage ist zunächst zu prüfen, welche spezifischen Inhalte das zu übersetzende IDML-Dokument hat.

Bei der Übersetzung von InDesign-Dokumenten gilt es grundlegend, Folgendes zu beachten: Mit der Across Translator Edition können InDesign-Dokumente im IDML-Format übersetzt werden, auch ohne dass InDesign auf dem lokalen Rechner installiert ist. Um InDesign-Dateien öffnen zu können, sei es zur Umwandlung eines INDD-Dokuments in ein IDML-Dokument, zur Erstellung einer Vorschau während der Übersetzung oder auch zur finalen Prüfung der übersetzten InDesign-Datei, ist die Installation von InDesign notwendig.

Falls keine Installation von InDesign vorliegt, ist es daher wichtig, dies mit dem Auftraggeber im Vorfeld der Übersetzung zu besprechen, auch weil in diesem Fall seine Mithilfe für die erfolgreiche Abwicklung des Übersetzungsprojekts unerlässlich ist.

Tipp: Für ein einmaliges Übersetzungsprojekt von InDesign-Dokumenten kann InDesign als Testversion installiert werden.

Neben normalem Text enthalten InDesign-Dokumente häufig auch Abbildungen und Tabellen. Darüber kommen auch spezifischere Elemente wie beispielsweise Ebenen, Musterseiten, Textabschnitte, Querverweise, Textvariablen und Verknüpfungen vor. Im Hinblick auf die Projektanlage sind insbesondere die folgenden Dinge zu beachten:

InDesign-Dokumente mit mehreren Ebenen

InDesign-Dokumente bestehen häufig aus zwei oder mehr Ebenen. Im Vorfeld der Übersetzung ist mit dem Auftraggeber zu klären, ob das zu übersetzende InDesign-Dokument Ebenen mit Text enthält, die nicht übersetzt werden sollen. In der Across Translator Edition werden die Inhalte aller Ebenen standardmäßig angezeigt – unabhängig davon, ob sie in InDesign gesperrt oder ausgeblendet sind.

Tipp: Durch die Verwendung von Dokumenteneinstellungsvorlagen können Ebenen, die nicht übersetzt werden sollen, in der Across Translator Edition ausgeblendet werden. Hierzu in den Dokumenteneinstellungen von IDML unter Tools Systemeinstellungen Dokumenteneinstellungen IDML am besten zunächst über die Schaltfläche Neu eine Vorlage anlegen.

Anschließend über Hinzufügen die Ebene definieren, die ausgeblendet werden soll. Hierzu unter „Typ“ den Eintrag „Ebene“ und unter „Modus“ den Eintrag „Ausblenden“ auswählen und abschließend als „Wert“ den Namen der Ebene eingeben.

Wichtig: Der Name der Ebene muss dabei genau mit dem Namen der Ebene im InDesign-Dokument übereinstimmen.

Mehrsprachige InDesign-Dokumente

InDesign-Dokumente können mehrsprachig sein. In diesem Fall kann jede Sprache in einer eigenen Ebene liegen. Im Vorfeld der Übersetzung ist auch mit dem Auftraggeber zu klären, ob das InDesign-Dokument in mehreren Sprachen vorliegt und ggf. welche Ebene(n) übersetzt werden soll(en).

Querverweise

InDesign-Dokumente können Querverweise auf andere Teile des Dokuments enthalten. Die verschiedenen Arten von Querverweisen werden dabei über sogenannte Querverweisformate definiert.

Enthalten die im InDesign-Dokument verwendeten Querverweisformate zu übersetzenden Text, gilt es, die Querverweisformate zu übersetzen. Hierzu muss in den Dokumenteneinstellungen von IDML unter Erweitert die Option „Übersetzung von Querverweisen aktivieren“  aktiviert sein.

InDesign-Dokumente mit Änderungsverfolgung

InDesign-Dokumente, die Änderungsverfolgungen enthalten, werden während des Eincheck-Vorgangs in der Across Translator Edition folgendermaßen behandelt: Als „hinzugefügt“ markierter Text wird als normaler Text in das Dokument integriert, als „gelöscht“ markierter Text wird hingegen aus dem Dokument entfernt.

Übersetzen von IDML-Dateien mit der Across Translator Edition

Bei der Übersetzung von IDML-Dokumenten gibt es nur wenige InDesign-spezifische Eigenschaften zu beachten.

Wichtig: Um eine Vorschau von IDML-Dateien zu erstellen, muss InDesign auf dem lokalen Rechner installiert sein (siehe hierzu auch die Anmerkungen unter „Vor dem Projektstart“).

Zu den InDesign-spezifischen Eigenschaften, die es bei der Übersetzung zu beachten gilt, zählen u. a.:

Abfolge der Segmente

Die Reihenfolge der zu übersetzenden Elemente eines IDML-Dokuments richtet sich nach dem Textfluss des IDML-Dokuments. Die Elemente werden dabei innerhalb einer Seite bzw. einer Spalte von links nach rechts und von oben nach unten verarbeitet.

Querverweise übersetzen

Die Übersetzung von Querverweisen unterteilt sich in die Übersetzung der grundlegenden Querverweisformate und in die Übersetzung der eigentlichen Querverweise. Die Querverweisformate definieren das grundlegende „Aussehen“ von Querverweisen.

Querverweisformate werden im Übersetzungseditor crossDesk gruppiert dargestellt und können dadurch zusammen übersetzt werden. Sie bestehen in der Regel aus Text, der übersetzt werden muss, und Platzhaltern.

Die Platzhalter werden im crossDesk in Form von grauen Feldern dargestellt (den sogenannten „Placeables“), die lediglich über einen Doppelklick auf das Placeable in die Übersetzung übernommen werden müssen. Die Querverweise selber werden ebenfalls in Form von Placeables dargestellt. Auch diese müssen an den entsprechenden Stellen im Dokument lediglich in die Übersetzung übernommen werden.

Indizes übersetzen

InDesign-Dokumente können einen Index – also ein Stichwort- oder auch Namensregister – enthalten. Die Übersetzung eines solchen Index unterteilt sich in die Übersetzung der eigentlichen Indexeinträge sowie in die Übernahme der entsprechenden Indexmarken in die Übersetzung.

Alle Indexeinträge werden im Übersetzungseditor crossDesk gruppiert dargestellt und können dadurch zusammen übersetzt werden. Die Indexmarken selber werden innerhalb der Segmente des IDML-Dokuments in Form von Placeables dargestellt und müssen dort auch lediglich in die Übersetzung übernommen werden.

Tipps & Tricks

Finale Prüfung und Nachbearbeitung der Übersetzung in InDesign

Nachdem die Übersetzung fertiggestellt und das Zieldokument aus der Across Translator Edition ausgecheckt wurde, sollte das übersetzte IDML-Dokument in jedem Fall in InDesign geöffnet werden, um dieses final zu prüfen und ggf. nachzubearbeiten.

Wenn keine Installation von InDesign vorliegen sollte, ist diese Aufgabe ggf. vom Auftraggeber zu übernehmen – siehe hierzu auch die Anmerkungen unter „Vor dem Projektstart“. Die Prüfung und Nachbearbeitung der Übersetzung betrifft insbesondere die folgenden Punkte:

Übersatztexte korrigieren

Übersatztext entsteht, wenn ein Text zu lang bzw. zu groß für den entsprechenden Textrahmen ist und der Text somit nicht vollständig angezeigt wird. InDesign zeigt in Form eines roten Plus-Symbols in der rechten unteren Ecke des entsprechenden Textrahmens an, dass Übersatztext vorliegt.

Tipp: Um Übersatztext im Dokument zu finden, einfach aus dem InDesign-Dokument zoomen – die roten Plus-Symbole für Übersatztext behalten dabei die gleiche Größe und sind dadurch leicht auszumachen. Oder: Eine Preflight-Prüfung des Dokuments durchführen (siehe unten). Übersatztext kann korrigiert werden, indem der entsprechende Textrahmen vergrößert oder aber der Text gekürzt bzw. verkleinert wird.

Tipp: Die Funktion „Im Textmodus bearbeiten“ (Tastenkombination: Strg+Y) zeigt an, welcher Textteil einen Übersatztext darstellt und entsprechend nicht im InDesign-Dokument dargestellt wird.

Querverweise aktualisieren

Enthält das übersetzte IDML-Dokument Querverweise, so müssen diese in InDesign aktualisiert werden (über den Menübefehl Schrift Hyperlinks und QuerverweiseQuerverweis aktualisieren).

Index aktualisieren

Enthält das übersetzte IDML-Dokument einen Index, so muss dieser in InDesign neu erstellt werden, um die Indexeinträge zu aktualisieren. Hierzu das Index-Fenster einblenden (über den Menübefehl Fenster Schrift und TabellenIndex) und auf das Symbol „Index generieren“ klicken.

Preflight-Prüfung der Übersetzung in InDesign

InDesign verfügt mit „Preflight“ über eine integrierte Funktion zur Qualitätsprüfung von InDesign-Dokumenten. Bei der Prüfung werden u. a. fehlende Verknüpfungen, fehlende Schriftarten, aber auch Übersatztexte gefunden. Die Preflight-Prüfung kann über den Menübefehl FensterAusgabe Preflight gestartet werden.

IDML-Datei in INDD umwandeln

Nach dem Auschecken eines übersetzten IDML-Dokuments muss das IDML-Dokument wieder in das INDD-Format umgewandelt werden. Hierzu das IDML-Dokument in InDesign öffnen und über Datei Speichern im INDD-Format abspeichern.